Mindestlöhne als Problem

16.4.12 Seite 6 Wege zur Vollbeschäftigung, Abschnitt 3, Wege Richtung Vollbeschäftigung, aus dem Essay von Thomas Straubhaar

T’schuldigung für wird morgen fortgesetzt. Versprechen gebrochen, – Sonntagsruhe einzuhalten ist für Vollbeschäftigung wichtiger. Nun aber weiter. Stehengeblieben bei Mindestlohn als Makel eines Arbeitsplatzes. Warum? Der Arbeitgeber schämt sich nicht, seinen Mitarbeitern das gerade Erforderliche zu bieten. (Dass Mindestlöhne selbst erforderlich sind, macht die Situation mehr als peinlich für die Gesellschaft.)

Der aktuelle Spiegel nennt auf Seite 85 in einer Grafik als deutschen Reformweg die Kernpunkte der Arbeitsmarktreformen 2003 bis 2005:

  • Ausweitung von Leiharbeit und Mini-Jobs
  • Lockerung des Kündigungsschutzes und befristeter Arbeitsverhältnisse
  • Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes
  • Strengere Kriterien für den Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung
  • Zusammenführen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe auf Sozialhilfenniveau (Hartz IV)

Die Grafik zeigt als Resultat die Senkung der Arbeitslosenquote in 2005 von 11,2% auf 5,9% in 2012. Erfolgreiches Verhalten also beibehalten?
Stehengeblieben waren wir am Sonnabend beim Zitat, dass die Geringqualifizierten bei diesem Reformweg noch außen vor blieben, dass ihre Produktivität nur geringe Löhne erlaubt. Gegebenenfalls liegen diese nur wenig über oder sogar unterhalb dessen, was gesellschaftlich als sozial akzeptable Einkommensuntergrenze betrachtet wird. Um diese Problematik zu umgehen, fordern Teile der Politik Mindestlöhne. Diese würden aber nur in einigen Fällen tatsächlich zu einer besseren Entlohnung der gering qualifizierten Beschäftigten führen. In weiten Teilen würden die Mindestlöhne die Beschäftigung dieser Gruppe verhindern und damit das Problem der Arbeitslosigkeit vergrößern.  Laut Wikipedia ist das neoklassisch, ein Mindestlohn hält diejenigen Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt fern, bei denen der unternehmerische Ertrag aus ihrer Arbeit unter den Kosten ihres Arbeitsplatzes liegt. Der Wikipedia-Artikel zeigt die Diskussion, davon muss hier nichts wiederholt werden. Dass es die Forderungen nach Einführung oder Abschaffung des Mindestlohnes gibt, liegt am jeweiligen Haben- und Gebenwollen. Vollbeschäftigung löst das auf, sorgt für eine Zivilisierung eines barbarischen Teils des Lebens, dem Brötchenerwerb.

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