Zum Jahreswechsel 2013/14

Zeit für einen Rückblick? Hier der Anfang von Heinz J. Fritz : „Jahresende – die Zeit für Rückblicke und Versuche, es in Zukunft vernünftiger zu machen“ auf Politik-Poker.de:
Monatelang wird über einen Mindestlohn von € 8,50 gestritten, gleichzeitig werden für andere Länder 100 Milliarden als Rettungsschirm zugesagt. Mit 100 Milliarden könnte man 5 Millionen Bürgern 10 Jahre lang für €10.- Lohn Arbeit geben – und es gibt genug zu tun!
Nun, bei 10 Euro, 40-Stunden-Woche, 52 Wochen mit bezahltem Urlaub und 10 Jahren komme ich bei 100 Milliarden auf 4.808 Bürger. Aber wie auch immer Mensch zum obigen Ergebnis kommt, der Gedanke ist richtig. Mein (c) Spruch ist, „Nichts ist perfekt, und solange nichts perfekt ist, haben wir genug zu tun.“ Das Problem ist, aus Arbeit bezahlte Arbeit zu machen. Es gibt für die 10 Millionen Arbeitslose (meine Überlegung unter Einschluss der Minijobber, Stundensklaven und derjenigen, die es längst aufgegeben oder auch nicht nötig haben) Arbeit zuhauf. 10 Millionen in Arbeit gebracht, ergibt ein tolles Wachstum, das noch mit mehr Nachfrage unterfüttert wird und eine leichte Bürde für den dann entlasteten Sozialstaat.
Am Ende schreibt Heinz J Fritz:
Zum Jahreswechsel möchte ich gerne Georg Christoph von Lichtenberg zitieren: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“
Ich wünsche mir, dass im nächsten Jahr viele Menschen in der Lage sind, genau zuzuhören, hinzuschauen und dadurch Einsichten gewinnen können, Zusammenhänge zu erkennen und sich in Ihrem Handeln danach zu richten.
Ihnen wünsche ich ein erfolgreiches Neues Jahr, dass Ihre Wünsche in Erfüllung gehen und vor allem, dass es etwas mehr Vernunft auf diesem Planeten gibt als im Vorjahr.

Dem schließe ich mich an.

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Neoliberale Verhältnisse

3.5.2012 Die „sonstige“ Arbeit nimmt überhand, so dass der tägliche Eintrag kurz mal ausfiel. Hier ersatzweise aus meinem Archiv als webmaster einer Berufsschule eine Frage aus dem Schul-Blog von 2005. Die genannten kolumbianischen Verhâltnisse liegen zwar mehr als 10 Jahre zurûck, zeigen sich allerdings in anderer Form auch heute noch.

In Sozialkunde fiel das Wort Neoliberalismus, dann war aber keine Gelegenheit mehr, darauf zurückzukommen. Was ist das?

In meinen Unterlagen habe ich eine Antwort vom Missionar Norbert Spiegler, der in Kolumbien arbeitet und mit „norbert spiegler kolumbien“ leicht zu googeln ist. In Kolumbien herrschen neoliberale Verhältnisse. Er überträgt, was in Kolumbien geschieht, auf seine Heimat, die Schweiz:

  • Vor der Krankenkasse «Concordia» an der Bahnhofstraße in Olten bildet sich jede Nacht ab drei Uhr eine Schlange: Um 7.30 Uhr werden neun bis elf Arzttermine vergeben. Als Frau Hürlimann reklamiert, dass sie schon um 5.30 Uhr angestanden sei, wird sie als fauler Spätankömmling bezeichnet.
  • Das Kantonsspital in St. Gallen ist als unrentabel geschlossen worden. Jetzt gibt es nur noch Privatkliniken in der Stadt. Die versicherten Kranken müssen aber erst zu einer der kommerziellen Krankenkassen gehen, um eine Einweisung zu bekommen (siehe Beispiel oben).
  • Im Zuge der «Modernisierung» wurde die Klassenstärke der öffentlichen Schulen um 33% erhöht. Außerdem werden Schulen fusioniert, und weniger Lehrer haben mehr Klassen zu betreuen. Die Eltern der Primarschule Altenrhein müssen jetzt für zwei Lehrer der Schule, die Sekretärin und alles Schulzubehör selbst aufkommen – angefangen vom Mobiliar über Reparaturen, Schulbücher bis zu den Reinigungsartikeln. Langfristig soll das ganze Schulsystem dem privaten Wettbewerb überlassen werden.
  • Nach dem neuen Anforderungsprofil der Wach- und Sicherheitsfirmen werden nur noch Wachmänner mit Matura angestellt. Das gilt auch für den Wachmann der Großtankstelle ESSO in Oftringen.
  • Die Brötchen sind im Preis um das Doppelte gestiegen. Nach der Öffnung des Marktes im Zuge der weltweiten Liberalisierung ist der nationale Getreideanbau zusammengebrochen, und das Ausland hat den Preis angezogen.
  • In Lugano wird eine der drei «Arbeitsgesetzfreien Wirtschaftszonen» der Schweiz eingerichtet. Die junge arbeitslose Frau Bernasconi wird künftig ohne fixen Minimallohn und ohne Sozialabsicherung in mobilen Industriebetrieben Taiwans und Südkoreas arbeiten müssen. Für die Anstellung von Kindern und Jugendlichen ist nicht mehr die Erlaubnis des Arbeitsamtes einzuholen.
  • Die Bauern des Glarner Hinterlandes haben ihr Land aufgegeben und wohnen jetzt in Wohnwagen in Sargans, seitdem nach der Liberalisierung des Marktes die Milchprodukte der EU den Markt beherrschen.
  • In Genf, in Zug, aber auch in allen anderen Städten der Schweiz, ist die Selbstmordrate bei Familienvätern mittleren Alters wegen Verschuldung sprunghaft angestiegen, weil der Staat die ursprünglich geltende Regelung der Zinsen aufhob und dem freien Belieben der Banken überließ.

1.Mai

DGB-Aufruf zum 1. Mai 1950
Auf dgb.de gibt es die
Geschichte des 1. Mai: Vom Kampftag zum Feiertag mit einer Fotostrecke der Plakate seit 1950.Das älteste ist das oben. Quelle: „Deutscher Gewerkschaftsbund“.
Der Ruf von damals kann noch ergänzt werden

  • Arbeitgeber erkennt, die Forderungen nutzen allen.
  • Demokraten verinnerlicht den Ruf.
  • Christliche (z.B. CDU,CSU,CGZP) verknüpft das mal mit Nächstenliebe.

Vollbeschäftigung gehört bei der Liste eigentlich ganz nach oben, der Völkerfrieden ist dann eine mögliche Folge.

Wird Vollbeschäftigung als Dreh- und Angelpunkt zur Grundvoraussetzung, erfüllen sich alle anderen Forderungen wie der Völkerfrieden fast von alleine. Zur Zeit glauben nur wenige an die Vollbeschäftigung. Wie wär’s, nur mal den Ausgangspunkt der Denkweise ändern?

Zunahme der Erwerbstätigkeit

1.2.12 Eine dpa-Meldung bei antizensur zitiert, zitiert im Zitat von heute eine Zeitung. Alles klar? Das Zitat im Zitat des Zitats von heute lautet:„Insgesamt rechnet die Bundesregierung mit einer weiteren Zunahme der Erwerbstätigkeit um rund 220.000 Personen“, zitiert die Zeitung aus dem Bericht. In einigen Regionen herrsche bereits Vollbeschäftigung. Im Jahresdurchschnitt rechne die Bundesregierung mit einer Zuwachsrate des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von rund 0,75 Prozent.“
Damit wurde ein Tag verschenkt und nichts für die Umfrage aus dem Beitrag des Bloggers destilliert. Sein Titel „Der Endsieg rückt näher..“ läßt vermuten, dass er der Meldung kritisch gegenübersteht. 11:12

Her mit dem BGE

31.1.12 Heute ein Zitat von Peter Wurms Blog. Davon ausgehend, dass die Weltwirtschaft zur Zeit Unfreiheit, Ungleichheit und Asoziales fördert, findet er: „Die wirtschaftlichen Konsequenzen folgen daraus: In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ohne Vollbeschäftigung kann Freiheit, Gleichheit und Solidarität nur mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen erreicht werden. Erst wenn wir gemeinsam jedem einzelnen Menschen die Garantie geben, dass wir alle für sein Überleben sorgen, haben wir die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Solidarität verwirklicht.“
Damit pendeln wir wieder zu VB ist unmöglich und 11:12.

Umwege

30.1.12 Das Programm der Piratenpartei wird auf Isauricus & Co. kommentiert. Das Zitat im Zitat heute lautet: „Wenn ein Einkommen nur durch Arbeit erzielt werden kann, muss zur Sicherung der Würde aller Menschen Vollbeschäftigung herrschen. Unter dieser Voraussetzung ist Vollbeschäftigung bislang ein großes Ziel der Wirtschaftspolitik. Sie wird auf zwei Wegen zu erreichen versucht: durch wirtschaftsfördernde Maßnahmen mit dem Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen oder durch staatlich finanzierte Arbeitsplätze mit dem vorrangigem Ziel der Existenzsicherung. Beide sind Umwege und verlangen umfangreiche öffentliche Mittel.“ Ein großes Ziel bedeutet dessen Möglichkeit. Stand heute Ausgleich 11:11 zwischen VB ist möglich und unmöglich.

Kettenhemd

30.1.12 Link ist Link. Um etwas abzulenken, ich habe mal in einer Gemeinde Google vorgeführt und ein Teilnehmer schlug das Wort Papst vor. Der erste Treffer kam aus dem Rotlichtbereich mit „Hier tanzt der Papst im Kettenhemd“. Um das nicht aufzusuchen, redete ich mich raus mit, „Man muss nicht aus jeder Pfütze trinken, um zu wissen, dass es schmutziges Wasser gibt.“ Heute rede ich mich nicht mehr raus. Ein jeder Mensch ist die Summe seiner Möglichkeiten und Menschen ausgrenzen heißt Möglichkeiten wegnehmen. Für Willy Brandt hieß das Wandel durch Annäherung. Hier nun Ende der Ablenkung und das Zitat vom nicht ausgegrenzten Blog  Siriusnetwork: „…während Hitler das deutsche Volk mittels Vollbeschäftigung wieder auf die Beine stellte…“
Für die Wertung bringt das nichts, denn Hitler hat nun am allerwenigstens das Volk auf die Beine gestellt.